Nov 26 2008

Deutsches Rotes Kreuz verkauft 74% aller Blutspenden an die Industrie

Autor: . Abgelegt unter Dunkle Horizonte

Ich habe es gestern im Fernsehen gesehen und wollte es irgendwie nicht glauben. Als ich dann aber die Bestätigung auf der Internetseite des DRK gesehen haben war ich schon verwundert:

Ein anderer Bestandteil, das Blutplasma, wird von etwa 26 Prozent aller Vollblutspenden für die Patientenversorgung benötigt. Die überschießende Menge (74 Prozent) wird an die Industrie verkauft (137,5 Mio. Euro Erlös). Mit den Verkaufserlösen senken die Blutspendedienste nachweislich die Preise für die Erythrozytenkonzentrate.

Kein Pappenstiel! …Preise senken… Irgendwie habe ich auch noch im Unterbewußtsein das Kleiderspenden vom DRK in Afrika zu Dumpingpreisen verkauft werden und damit die einheimischen Produzenten ruinieren. Abgesehen von den wirklichen Zusammenhängen, die ich vielleicht garnicht durchschaue, verkauft sich das DRK auf jeden Fall nicht sehr gut damit. Und im Hintergrund habe ich noch die SpendenAffäre von UNICEF-Deutschland. Irgendwie sinkt mein Vertrauen in „renomierte“ Organisationen im Moment beständig – auch wenn das vielleicht einfach Quatsch ist – aber es passiert.

14 Kommentare

14 Kommentare zu “Deutsches Rotes Kreuz verkauft 74% aller Blutspenden an die Industrie”

  1. Oliveram 27. November 2008 um 01:20 1

    Deswegen bin ich zum Blutspenden immer ins Herzzentrum nach Bad Oeynhausen oder zu uns in der Uni gegangen. Da bekomme ich noch 25€ pro Spende und alles wird für Patienten verwendet…

  2. Janam 27. November 2008 um 10:59 2

    Naja, wenn die Industrie das Blut braucht, um damit benörtigte Medikamente herzustellen, ist das erstmal ja nicht verwerflich. Nur dass billigere Preise im Einkauf der Rohstoffe bei der Pharmaindustrie an die Verbraucher weitergegeben werden, glaube ich auch nicht. Trotzdem brauchen die das Blut. Wenn das Deutsche Rote Kreuz dann mit dem verdienten Geld etwas Sinnvolles anfängt, finde ich das auch nicht schlecht. Die sind ja kein Profit-Verein (oder?). Insofern sollte man schon Blut spenden (oder auch selbst verkaufen, wie Oliver schrieb), da das auch so dringend gebraucht wird.

    Mit den Kleiderspenden: ich hoffe nicht, dass das DRK das vedinete Geld einsetzt, um anderen zu schaden. Dass die Organisation auch Feler macht, kann sein, aber ich würde das nicht unbedingt in einen solchen direkten Zusammenhang mit der Blutspende bringen!?

  3. Dennis Schäfferam 27. November 2008 um 11:33 3

    Ich empfehle einfach mal diesen Bericht von Frontal 21: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/634294
    Die haben mit Sicherheit auch nicht die Wahrheit erfunden, doch traue ich der Berichterstattung schon. Daraus geht hervor, dass „die Guten“ oftmals bewusst auf dieses Image setzen um alle möglichen Dinge dahinter treiben zu können. Und das DRK ist nun mal auch ein Unternehmen im wirtschaftlichen Konkurrenzkampf. Vielleicht überlegt sich das DRK einfach mal, wenigstens ein wenig für die Blutspenden zu zahlen – das wäre ansatzweise fair.

  4. Janam 28. November 2008 um 20:32 4

    Ja, guter Link. Dass so eine Fehlinformation betrieben wird, war mir nicht bewusst (und dass eine Blutspende so viel Geld wert ist, auch nicht).
    Im Grundsatz habe ich noch immer nichts gegen ds Blut“spenden“, aber dass sie die Spender nicht ausreichend aufklären, was sie wie mit dem Blut machen, geht gar nicht klar. Und auch dass sie mit dem Blut ein Geschäft betreiben (was sie offiziell ablehnen).
    Aber wie gesagt: nicht spenden zu gehen deswegen wäre trotzdem falsch.
    Trotzdem danke für die Infos, dass ist ja hier nochmal gut auf den Punkt gebracht worden.

  5. Dennis Schäfferam 28. November 2008 um 20:48 5

    Da kann ich voll mitgehen: Nicht zu spenden wäre ein schlimmer Fehler. Mehr Aufklärung ist wichtig!

  6. Christian Kleram 30. November 2008 um 15:23 6

    Man könnte ja mal ein wenig verhandeln. Ich werde ja oft angerufen und zur Blutspende gebeten. Dann mache ich das diesmal für 100 EUR statt für nur 25 EUR. Aber ok, irgendwie tue ich es auch nicht nur fürs Geld … aber naja …

  7. Oliveram 3. Dezember 2008 um 22:42 7

    So ganz neu ist das aber auch wieder nicht. Ich glaube mich daran zu erinnern, dass ich das mal vor 6 oder 7 Jahren gehört bzw. gesehen habe in einem Bericht. Und es wurde immer empfolen zum Blutspenden direkt in die Krankenhäuser zu gehen, da diese nämlich die Blutspenden vom DRK käuflich erwerben müssen… (Zum Thema Krankenhäueser arbeiten defizitär…)

  8. olovam 16. Juli 2009 um 05:25 8

    seid ihr euch eigentlich im klaren darüber das blut per efinition ein flüssiges körperorgan ist?

    blut spenden oder seine niere weggeben-das ist fast das selbe,blut “wächst“
    halt nur mal nach…

  9. Jürgenam 16. Juli 2009 um 20:51 9

    Hallo,

    es stimmt dass das DRK das Blut verkauft.
    Aber die Kosten für die Untersuchungen des Blutes müssen auch getragen werden.
    Des weiteren hat es gute Gründe warum das DRK kein Geld für das Blut gibt.
    Zum ersten soll verhindert werden, dass Leute öfter spenden als es gesund ist, nur weil sie das Geld wollen.
    Zum zweiten soll damit einigermaßen sichergestellt werden, dass evtl. irgendwelche Risikofaktoren verheimlicht werden, aus Angst sie könnten abgelehnt werde.
    Ich will keinem einreden dass er beim DRK spenden soll, egal wo er spendet die Blutspende ist immer wichtig. Aber ich werde weiterhin beim BRK (Bayrisches Rotes Kreuz) spenden.
    Denn jeder Überschuss der erwirtschaftet wird fließt zurück für die Austattung der Ehrenamtlichen, die schließlich auch unentgeltlich ihre Freizeit opfern um den Menschen zu helfen. Und in viele andere nützliche Einrichtungen des Roten Kreuzes.
    Dies gilt auch für alle anderen Hilfsorganisationen.

  10. frubert reinhardam 5. Oktober 2009 um 16:12 10

    Wenn Schon Gemeinwohl dienend dann sollte die transparenz öffentlich einsehbar sein wo geht das erwirtschaftete geld hin ist es dem gemeinwohl noch dienlich oder nur zum Profit machen .
    Darf blut zur Gewinnmaximierung Gezapft werden was ist mit meiner Blutspende geworden bekommen es die Pharmakonzerne die ich eh nicht mag die Vergiften uns doch blos.

  11. Hannaam 11. Juni 2010 um 09:40 11

    Hallo, ich möchte, auch wenn es lange her ist, was zu Jürgen sagen.
    Zum ersten Punkt: Jeder Spender wird vermerkt, man darf nur eine bestimmte Anzahl von Spenden in einer Zeitperiode ablegen, diese maximale Zahl sollte ja wohl noch gesund sein, oder? Mehr darf man also gar nicht, selbst wenn man will.
    Zum zweiten Punkt: Jeder gespendete Tropfen Blut wird eh kontrolliert. Also können Krankheiten o.ä. nicht verheimlicht werden.
    Zu deinem letzten Punkt: Ich persönlich will wissen, was mit meinem Geld passiert. Und wenn mir erzählt wird, das Geld kommt in die Krankenhäuser und damit rettest du Leben, dann will ich das auch so. Wenn es andere positive Affekte hat, dann will ich wenigstens selbst entscheiden können, ob ich dafür spenden will.
    Ich gehe Plasma spenden. Daraus werden Medikamente hergestellt, zudem bekommt man eine kleine ABfindung. Oder in Krankenhäusern, da kann man auch direkt spenden…

  12. Dafedoam 16. September 2010 um 21:57 12

    Erst informieren, dann schreiben!

    Das Blut einer Vollblutspende wird nach der Spende in seine Bestandteile zerlegt:
    rote Blutkörperchen,
    weiße Blutzellen,
    Trombozyten
    und das zellfreie Blutplasma.

    Der letzte Bestandteil, um den es auch im zitierten Artikel geht, wird in Krankenhäusern nur zu ca 25% benötigt, der Rest kann schlecht aufgehoben werden und wird daher an die Pharmaindustrie verkauft.
    Kein Betrug, keine Verschwörung und keine Abzocke.

  13. Anonymousam 21. August 2011 um 07:26 13

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  14. Ich spende keine Kleidung mehr!am 18. Juli 2012 um 23:37 14

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