Nov 07 2008

Nur noch mit deinem echten Namen ins Netz

Autor: . Abgelegt unter Dunkle Horizonte

Im Moment sind die asiatischen Länder ganz weit vorne bei der Entwicklung von lustigen Ideen zum Internet. Der letzte Clou: Die südkoreanische Regierung hat ein Gesetzt gegen Cybermobbing erlassen. Was grundsätzlich gut klingt, aber natürlich einen kleinen bürgerrechtlichen Datenschutzhaken hat: Jeder Benutzer soll ab sofort nur noch mit seinem RealNamen im Internet auftreten und ganz besonders nur noch mit echtem Namen in Foren posten dürfen. Die Internet-SittenPolizei wird die Einhaltung dieses Gesetzes überwachen. Das sogenannte „Choi-Jin-sil-Gesetz“ soll anonym im Internet verbreitete Gerüchte und Hasstiraden auf ungebliebte Menschen verhindern. Das neue Gesetz ist nach der Schauspielerin Choi Jin-sil benannt, die sich Anfang Oktober vermutlich aufgrund aggressiven Cybermobbings das Leben genommen hatte. Eh…geht es noch?

Aus meiner Sicht bringt die Regierung durch die Regelung allerdings lediglich die Meinungsfreiheit in Gefahr und versuche mit polizeilichen Überwachungsmaßnahmen, Kontrolle über Online-Diskussionen zu erhalten. Somit wird wohl der tragischen Tod der Schauspielerin lediglich dazu missbraucht, um das staatliche Ziel einer stärkeren Internetregulierung umsetzen zu können. Der Regierung gehe es in erster Linie darum, das Web als beliebte Plattform für regierungskritische Proteste zu kontrollieren. Ich würde mich nicht sonderlich freuen wenn mir die „Ehre“ zuteil würde, so ein Gesetz nach mir benannt zu bekommen. Mal sehen wann China diese tolle Idee übernimmt und welcher Dissident dafür tragisch gestorben wird, damit man ein Gesetz nach ihm bennenen kann.
[Quelle: ZDnet]

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