Nov 06 2008

China besteuert virtuelle Güter

Autor: . Abgelegt unter Dunkle Horizonte

Eine sehr spannende Entwicklung: In China kommt die erste Steuer auf virtuelle Güter. Das betrifft in der Regel den Verkauf von virtueller Währung in Onlinerollenspielen. Um zu verstehen was gemeint ist, solltest Du folgendes wissen: In den großen Onlinerollenspielen (MMORPG) wie zum Beispiel „World of Warcraft“, „Guildwars“ oder „Dark Age of Camelot“ kann man durch gutes Spiel Belohnungen in Form von virtuellen Gütern erhalten. Das kann eine tolle Rüstung für deinen Krieger oder einen neuen magischen Zauberstab für deinen Hexer sein. Dies dauert aber seine Zeit und erfordert auch ein wenig Geschick. Aus diesem Grund hat sich -wie im echten Leben- ein virtueller Markt für diese Objekte entwickelt: Die Spieler können SpielObjekte gegen Spielwährung kaufen. Das war jedenfalls der ursprüngliche Gedanke. Aber auch das erspielen der Spielwährung braucht Zeit. Somit haben sich findige Spieler überlegt, dass sie sich doch einfach ihren zeitlichen Aufwand in realem Geld bezahlen lassen wollen. Somit ist ein echter Markt für virtuelles Geld entstanden. Einige Spieler machen nichts weiter als in den Rollenspielen an lukrativen Orten im Spiel virtuellen Gold zu sammeln (goldfarming) und dieses nachher gegen echtes Geld an andere Spieler zu übergeben.

Dieses „Goldfarming“ ist gerade in den asiatischen Ländern sehr beliebt und kann eigentlich schon als Beruf bezeichnet werden, da einige Firmen ausschließlich damit ihr Geld verdienen. Und genau an dieser Stelle setzt die neue Steuer an: Der Staat möchte am Handel mit virtuellen Gütern mit profitieren. Ich habe gerade gelesen, dass die Goldpreise in „World of Warcraft“ in Nu um 20% gestiegen sind. Witzig! Ich bin sowieso ein Gegner des Goldfarming, da es locker das Spielgleichgewicht auseinander bringt. Mal sehen wann auch andere Staaten auf eine vergleichbare Idee kommen 🙂

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