Nov 04 2007

Thor Heyerdahl – Reisebericht Teil 3

Autor: . Abgelegt unter Dunkle Horizonte

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Tag 7 | 14.10.2007
Nachdem wir uns von den Erlebnissen der Expedition erholt hatten sollte uns heute ein Segeltag bevor stehen. Für die nächsten Tage war die Schiffübernahme (dabei wird die Thor an die Teilnehmer übergeben und die Stammmanschaft greift lediglich bei Gefahr ein) geplant. Aus diesem Grund sollte das Schiff an einen, für die Teilnehmer günstigen Ort, gebracht werden. Außerdem gab es bei bestem Wetter einen richtig schönen Tag unter Segeln, an dem nochmals die Fähigkeiten an den einzelnen Schiffsstationen verbessert werden konnten. Eine Besonderheit war das Nachtsegeln. Das Schiff blieb die ganze Nacht über unter Segeln. Ein wirklich schönes Erlebnis. Sehr beeindruckend fand ich auch das MeeresLeuchten, das ich vorher noch nie beobachten konnte.

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Tag 8 | 15.10.2007
Nach der Nachtfahrt machten wir heute einen erneuten Tag unter Segeln. Aber dieses Mal waren wir recht früh am Anker, um noch ausreichend Zeit für die Planung der Schiffsübernahme zu haben. Es mussten schließlich ein Kapitän und die wichtigsten CrewPositionen gewählt werden. Ihr könnt euch vielleicht ausmalen wie das bei 32 Pädagogen ablaufen kann. Ich erspare mir hier einfach mal die Details. Aber erstaunlicherweise konnten wir am Abend einen Kapitän und einen Plan für den kommenden Tag präsentieren und somit wurde uns am Abend das Schiff übergeben. Glücklicherweise konnte ich mich von allen wichtigen Rollen wegmanövrieren und hatte an diesem Abend eine entspannte Wache, während manch andere noch schwer über den Aufgaben für den nächsten Tag brüteten. Irgendwann gegen Mitternacht konnte ich mich dann meinem wohlverdienten Schlaf widmen.

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Tag 9 | 16.10.2007
Die Schiffsübergabe. Eigentlich für mich völlig unspektakulär. Die gewählten Leute machten ihren Job. Unsere Wache auch. Am Abend waren wir bei gutem Wind am Zielort angekommen und es gab meines Wissens nach recht wenig Komplikationen. Für die Akteure mag dieser Tag erneut ein großes Erlebnis gewesen sein. Ich freute mich einfach über den schönen Segeltag mit ordentlich Wind!

Tag 10 | 17.10.
An diesem Tag ging es zurück nach Kiel. Da wir leider zwei Mitglieder aus meiner Wache auch noch früher verabschieden mussten (die Armen mussten eine Prüfung ablegen, bzw. eine Prüfung abnehmen) waren wir an diesem Tag recht früh in der Kieler Bucht. Leider spielte auch das Wetter nicht mehr mit und es regnete fast den ganzen Tag. Ein wenig Glück im Unglück war mir dann aber doch vergönnt. Ich war nämlich diesen Tag für den Küchendienst eingeteilt. Wahrscheinlich der mit Abstand gemütlichste und wärmste Ort auf der Thor Heyerdahl an diesem Tag. Für den Abend war nämlich das Kapitäns-Dinner vorzubereiten. Traditionell gibt es am letzen Abend an Bord ein besondere Essen. Dabei darf jeder der sich berufen fühlt in der Vorbereitung helfen. Unser Steuermann hatte dabei das Kommando am Herd und wir bereiteten den Mitfahrern eine wirklich leckeren Braten mit Sauce, Gemüse und einen wirklich leckeren Nachtisch.

Am Abend gab es nach diesem Mahl noch den kulturellen Abend. Dabei brachte jede Wache ein wenig Unterhaltung für die Anderen mit. Ebenso die Stammmanschaft. Hier zeigte sich schnell wer mit der Kunst brillieren konnte. Glücklicherweise hatten wir Gunther dabei, der uns mit seinem Gedicht über den Wein rettete.

Und leider mussten wir an diesem Abend auch die Vorbereitungen für die Abreise treffen. Die ersten Sachen wanderten bereits in die Taschen und so langsam wurde mir bewusst das die Reise bald ein Ende nehmen würde.

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Tag 11 | 18.10.2007
An diesem Morgen fuhren wir das letze Stück in die Kieler Bucht und manövrierten die Thor Heyerdahl an den Kai. Danach ging das Gepäck von Bord und wurde sogleich in den Bus verladen. Und nach dem großen Reinemachen war die Fahrt urplötzlich vorbei.
Aber wie das mit Seefahrt so ist: Die Sehnsucht wird so manchen zurück bringen.

Und das bringt mich leider zu einem sehr traurigen Punkt:
Vielleicht ist die Thor Heyerdahl mit uns das letze Mal gesegelt. Durch deutsche Rechtslage ist die Thor zu einer kompletten Sanierung gezwungen worden. Doch leider sieht es mit den Geldmitteln für die Sanierung eher mau aus. Sollte es nicht reichen wird dieses schöne Jugendprojekt wohl ein Ende finden. Sollte es gelingen so wird die Thor wieder für die nächsten 25 Jahre fit sein.
Wer sich durch meinen Bericht angesprochen fühlt schaut bitte einfach mal unter RETTET DIE THOR HEYERDAHL vorbei. Vielleicht haben ja auch manche ein wenig Geld für das Projekt über -und wenn es nur der Gegenwert einer Schachtel Kippen ist. Jede Hilfe ist willkommen!

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