Okt 23 2007

Thor Heyerdahl – Reisebericht Teil 1

Autor: . Abgelegt unter Dunkle Horizonte

Nachdem ich es versprochen hatte, nun der Reisebericht der letzten zwei Wochen.

1.Tag | 08.10.2007

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Los ging es mit einem kleinen Rekord im Frühaufstehen: Da der Bus bereits um um sechs Uhr in Bielefeld abfahren sollte war ich also genötigt meinen Wecker so auf drei Uhr Nachts zu stellen und mich SEHR früh aus dem Bett zu quälen. Noch halb im Schlaf habe ich dann mein Gepäck geschnappt und mich auf die Autobahn geschwungen um dann auch recht pünktlich gegen viertel vor sechs an der Uni zu sein – leider als Einziger. Und ihr kennt das ja mit Sicherheit: „Bin ich hier richtig? Das ja komisch… Nochmal nachgucken… hm.“ Glücklicherweise kam so gegen sechs dann auch Bewegung in die Sache und der Parkplatz füllte sich. Nur leider war kein Bus in Sicht. Der kam nämlich mal lockere zwei Stunden zu spät. Das Busunternehmen hatte sich beim Termin „verlesen“. Schade. Also zwei Stunden warten bevor die wilde Hatz losgehen konnte. Nach der üblichen „Mein-Gepäck-zuerst-in-den-Bus“-Panik und der standart „Aber-ich-will-neben-Klaus-sitzen“-Spielchen ging es dann los. Das Highlight: Der Busfahrer. Nach der Stimme und den Goldkettchen zu urteilen ein ehemaliger PornoDarsteller! Jedenfalls schaffte er es in vier Stunden nach Kiel. Respekt!

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In Kiel angekommen fuhren wir dann direkt zum Anleger der Thor Heyerdahl. Als ich das Schiff neben den riesigen Fähren des NorwegenAnlegers sah, dachte ich mir so: „Recht klein die Nussschale“. Aber über die Zeit sollte der Eindruck täuschen. Auf jeden Fall stürmte auch hier wieder alles an Bord um die Kabinen zu belegen. Das Spiel lief sehr ähnlich, wie bei der Beladung des Busses. Jedenfalls managende auch ich es eine ZweierKabine zu bekommen. Hervorragend! Nach ein paar notwendigen Einweisungen zu Feuer, Schwimmwesten und Bordsicherheit konnten wird dann auch gegen 16.00 Uhr ablegen. Die Reise sollte beginnen!

Leider nicht ganz so rasant wie erhofft. Da es absolut windstill war tuckerte die Thor Heyerdahl gemächlich unter Motor in die Kieler Bucht, in der wir bei einbrechender Dunkelheit vor Anker gingen um am nächsten Tag noch einen Nachzügler per Schlauchboot aufzunehmen. Von nun an begann auch der Wachdienst, der bis zum Ende der Reise nicht wieder aufhören sollte.

Für viele wohl das erste Mal -für mich eher leidlich bekannt- wurden die einzelnen Wachgruppen auf Zeiten aufgeteilt, um den täglichen Dienst an Bord zu verrichten. Diese Zeiten waren im 4-8-System organisiert. Dies bedeutet: 4 Stunden Fahrwache; 8 Stunden Freiwache. Wobei das erstmal super klingt, darf man natürlich nicht vergessen das auch Ausbildung auf diesem Törn lief. Somit hatte man in der Regel nur eine Freiwache von knapp 8 Stunden. Der Rest war mit Programm gefüllt. Ich hatte Glück und wurde in die 04-Wache gesteckt. Diese Wache hatte immer von 4-8 und von 16-20 Uhr Wache und somit recht überschaubare Zeiten. Und so endete der erste Tag um kurz nach 20.00 Uhr für mich, da es schließlich am nächsten Morgen wieder früh losgehen sollte.

2. Tag | 09.10.07

Der zweite Tag der Reise führte uns in Richtung Norden, zum Ostseebad Damp. Da wir aber noch auf einen Nachzüglerin warteten verbrachten wir den Großteil des Tages mit Seemannschaft und Segelkunde. Hier schwirrten mir den ganzen Tag Begriffe wie „Piek“, „Gei“, „Klaufall“ und „Gordings“ um die Ohren. Natürlich gab es auch eine Tampen zu fieren (nachlassen) oder durch zu holen(kräftig dran ziehen) und wir konnten bei absoluter Windstille das erste mal gemeinsam die Segel setzen und bedienen.
Dank der deutschen Bahn zog sich unser Aufenthalt noch bis in den frühen Nachmittag, bis endlich der Zug unserer Nachzüglerin eintraf und wir Richtung Damp aufbrechen konnten – leider wieder nur unter Motor. Aber man konnten schon ein wenig das Gefühl von Seefahrt schnuppern als das Schiff nicht mehr von beiden Seiten von Land umschlossen war. Kurz vor Dunkelheit erreichten wir dann Damp. Ich bin früher schon einmal in Damp gewesen und erinnere mich daran, dass es nicht die schönste Stadt war. Aber von See aus betrachtet waren diese Plattenbauten erst WIRKLICH hässlich. Aber glücklicher weise erbarmte sich die Nacht und wir freuten uns schon auf den nächsten Tag – hoffentlich unter Segeln.

3 Kommentare

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  • Dominik

    Das mit dem Bus war wirklich keine feierliche Geschichte. Ich fands ja schon schlimm genug, aber wenn man daran denkt wie ekelhaft früh du aufstehen musstest…
    Allerdings wenn man weiß wie die gesamte Thorgeschichte weiterging, dann entschädigt das doch alle Widrigkeiten.

    Das mit der Kabine hast du gut gemanaged 😉 Bevor das Foto von unserer Kabine gemacht hast, hättest mir aber mal bescheid geben können, dann hätte ich mein „Bett“ noch gemacht. 😛

    Das beste an Damp war das Run & Dip. Einfach nur, weil wir es da gemacht haben, sicher nicht, wegen der hübschen Aussicht dort… Wer Damp gesehen hat, findet sogar unsere Uni hübsch 😉
    Sowas direkt am Meer aufzubauen ist echt eine Frechheit.

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