Mai 26 2007

Anonym Surfen – IP-Adressen verstecken

Autor: . Abgelegt unter Datenschutz,Medien,Software

Wie bei deiner PostAnschrift hast du auch im Internet eine eindeutige Adresse: Die sogenannte IP-Adresse.
Diese Adresse sorgt dafür -wie bei der echten Post-, dass die für dich bestimmten (Daten-)Pakete auch wirklich bei dir ankommen. In der Regel hat jeder von euch eine dynamische IP-Adresse. Diese wird euch von eurem InternetAnbieter zugewiesen und ändert sich in der Regel jedes mal wenn ihr euren PC anschaltet.
Jedes Land und auch jeder Anbieter hat eine ganz bestimmte „IP-Range“ zur Verfügung. Also eine festgelegte Anzahl und Art von Adressen die vergeben werden können. Somit ist es sehr leicht heraus zu finden aus welchem Land und von welchem Anbieter aus ein Internetdienst oder eine WebSite aufgerufen wurde. Für jeden Nutzer ist es somit ziemlich einfach den ungefähren Standort seiner Besucher nach zu verfolgen. In der Regel ist aber beim Anbieter Schluss. Dieser speichert aber sehr wohl alle weiteren Daten. In Protokollen wird sehr genau festgehalten welchem Kunde zu welcher Zeit welche IP-Adresse zugeteilt wurde. Theoretisch dürfte eine solche Information in Deutschland nur gegen richterlichen Beschluss verfügbar sein. Hier erreichen wir aber einen Bereich der mehr mit Glauben als mit Wissen zu tun hat. Dank der Vorratsdatenspeicherung könnten solche Daten bis zu sechs Monate zu Verfügung stehen.

Mittlerweile gibt es die verschiedensten Ansätze um seine IP-Adresse zu anonymisieren. Dabei sei aber von vorherein gesagt: Absolute Anonymität im Internet gibt es nicht!
Anonymität hat in großen Maßen mit Vertrauen zu tun: Wie weit kann ich demjenigen/der Technik vertrauen die meine Daten zu schützen versucht? Ich möchte euch drei kostenlose Möglichkeiten kurz vorstellen. Darüber hinaus gibt es noch viele andere und kostenpflichtige Lösungen:

  1. AnonyMouse.org
    Dabei handelt es sich um eine Möglichkeit sich einzelnen WebSites anonym anschauen zu können. Ihr könnt über diesen Proxy eine Website aufrufen. Diese erhält dann lediglich die Daten der AnonyMouse-Seite und eure IP bleibt verborgen. Leider ist der Dienst oft sehr langsam
  2. JAP – Java Anon Proxy
    Bei dieser Software handelt es sich um eine Entwicklung der TU Dresden. Sämtlicher Datenverkehr deines Rechners kann nach der Installation über verschiedenen Server (Kaskaden) geleitet werden. Der letzte Server dieser Reihe holt dann die von dir gewünschten Informationen ab, ohne zu wissen wer sie am Anfang abgefragt hat. Eine einfache Aufhebung der Anonymität ist möglich wenn auf alle KaskadenServer zugegriffen werden kann, oder alle Server vom selben Anbieter geführt werden.
  3. TOR-Netzwerke – The Onion Router
    Wie der Name „Onion“ bereits vermuten lässt spielen bei diesen System viele Schichten mit. Das Prinzip dieser Anonymisierung erinnert mich immer an irgendwelche James-Bond-Filme. Dabei gibt es viele Computer die ein TOR-Programm auf ihrem Computer installiert haben. Ähnlich wie bei Tauschbörsen werden verschlüsselte Verbindungen zwischen den einzelnen Nutzern aufgebaut. Zusätzlich gibt es noch besondere Server: ExitNodes – Ausgangspunkte. Wenn du Daten abrufst wählt das Netzwerk einen zufälligen Weg über viele Nutzer-PCs um am Ende an einer ExitNode an zu gelangen. Diese führt für dich die entsprechenden Tätigkeiten aus und sendet die Daten auf einem neuen Weg zurück. Somit ist der ExitNode nicht der wahre Anfragende bekannt und allen neugierigen Augen steht nur die IP der ExitNode zur Verfügung (man kann sich Land und ExitNode aussuchen).
    Dieses System ist ziemlich sicher – aber auch ziemlich langsam. Die Gefahr besteht aber auch hier, wenn ein Spitzel Zugriff auf mehrer NutzerPCs oder ExitNodes hat. Man kann den Nutzer leichter „anpeilen“ (ich erspar mir mal die technischen Details). Wer das gerne unverbindlich testen möchte, kann es mal mit TORpark – free Edition versuchen: einer FireFox Variante die für TOR konzipiert ist und ohne Installation und Konfiguration alles Wichtige mitbringt. Für das Anonyme surfen vom MemoryStick ideal. Aber auch auf dem Festrechner zu gebrauchen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man viele seiner Daten für sich behalten kann wenn man bereit ist ein wenig Hirnschmalz und Aufwand zu investieren. Der Aufwand lohnt sich aus meiner Sicht aber auf jeden Fall. Aber selbst wenn man nur wenige Vorschläge zum Thema Cookies, Header & Co. beachtet lässt sich den DatenKraken der großen Unternehmen und Institutionen ein echtes Schnippchen schlagen. Und ein wenig Know-How im PC und Internet-Bereich hat noch Niemanden geschadet 😉

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