Feb 03 2007

Sklaven der Zeit?

„Mein Volk hatte weder eine Uhr, um die Zeit anzuzeigen, noch einen Kalender, um die Jahreszeit oder den Monat anzusagen. Wir mussten durch genaues Hinsehen die Zeit und die Jahreszeit erkennen. Als Jger und Sammler zogen wir von Ort zu Ort und mussten wissen, wo wahrscheinlich Nahrung zu finden sein wrde. Deshalb mussten wir auf die Zeichen achten, die uns den Wechsel der Jahreszeiten anzeigten. Wir beobachteten die Bltter und das Gras. Wenn sie ihre Farbe vernderten, wussten wir, dass die Erntezeit herankam oder die kalte Jahreszeit. Wenn die Bltter rot waren, wussten wir dass zu dieser Zeit bestimmte Frchte reif wurden. Und wenn das Gras vertrocknete, war es an der Zeit es abzubrennen, damit die Kngurus vor dem Feuer davonliefen und unseren Mnnern entgegen, die mit ihren Speeren warteten. Wenn sich die Wolken bei Sonnenuntergang formten wie Mnner, die Seite an Seite stehen, wussten wir, dass die Ernte gut sein wrde. Wir wrden reichlich Yams, Beeren, Seerosen, wilden Honig und anderes mehr finden. Diese Zeichen waren unser Kalender.“
[Daisy Utemorrah (1922-1993), australischen Ureinwohnerin]

Ohne Worte

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