Jan 26 2007

Vernderung

Autor: . Abgelegt unter Dunkle Horizonte

Wenn Du in den 50er, 60er oder 70er Jahren ein Kind warst, dann ist es kaum zum glauben, dass Du bisher berleben konntest.

Als Kinder saen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags.
Unsere Bettchen waren angemalt in strahlenden Farben voller Blei und Cadmium.
Die Flschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten ffnen, genauso wie die Flasche mit dem Bleichmittel. Wenn wir es getan haben, wurde nicht der Hersteller verklagt, sondern wir bekamen ein paar auf die Ohren.
Tren und Schrnke waren eine stndige Bedrohung fr unsere Fingerchen.
Auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.
Wir tranken Wasser aus Wasserhhnen und nicht aus Flaschen.
Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten whrend der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfllen klar.
Wir verlieen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straenlaternen angingen.
Niemand wusste, wo wir waren und wir hatten nicht einmal ein Handy dabei!
Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zhne und niemand wurde deswegen angezeigt.
Es waren eben Unflle. Niemand hatte Schuld auer wir selbst.
Keiner fragte nach „Aufsichtspflicht“. Kannst Du Dich noch an „Unflle“ erinnern?
Wir kmpften und schlugen einander manchmal grn und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte die Erwachsenen nicht.
Wir aen Kekse, Brot mit dick Butter, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht dick.
Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen.
Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanle, Filme auf DVD, Surround-Sound, eigene Fernseher, Internet-Chat-Rooms.
Wir hatten Freunde. Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Strae.
Oder wir marschierten einfach zu deren Heim und klingelten. Manchmal brauchten wir gar nicht klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen unserer Eltern.
Keiner brachte uns und keiner holte uns… Wie war das nur mglich?
Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstckchen und Tennisbllen. Auerdem aen wir Wrmer.
Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Wrmer lebten nicht in unseren Mgen fr immer weiter und mit den Stckchen stachen wir nicht besonders viele Augen aus.


Beim Straenfuball durfte nur mitmachen, wer gut war.
Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttuschungen klar zukommen.
Manche Schler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prfungen und wiederholten Klassen. Das fhrte nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zu nderungen der Leistungsbewertung.
Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Das war klar und keiner konnte sich verstecken.
Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoen hat, war klar, da die Eltern ihn nicht aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polizei! So etwas!
Unsere Generation hat eine Flle von innovativen Problemlsern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht.
Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit alldem lernten wir, umzugehen.

Verfasser unbekannt.

Ein Kommentar

  • Ein sehr passender Artikel in Zeiten von Licht-, und Regensensor und Tempomat. Ich hatte (bevor ich diesen Artikel lesen konnte) die gleichen Gedanken, ich brauchte den Opel Zafira ja nur lenken…