Aug 30 2006
Panik in der deutschen Bahn
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Gestern bin ich, wie so oft, mit der Bahn zwischen Minden und Bielefeld gependelt. Mittlerweile hat aber das deutsche Panik-Niveau wohl neue Höhen erklommen.
War man es bis heute gewöhnt von gelangweilten BahnBeamten Durchsagen im Sinne von: “Nächster Bahnhof Löhne. Ausstieg in Fahrtrichtung Rechts” zu hören, erlebte ich gestern den neusten Clou. Aus dem Gedächtnis wiedergegeben lauteten die Durchsagen in etwa:
Sehr geehrte Damen und Herren, bitte achten Sie auf ihr Gepäck und lassen sie ihre Sachen nicht unbeaufsichtig. Bitte melden Sie auffälliges Gepäck und abgestellte Koffer umgehend unserem Bahnpersonal, um ihre eigene Sicherheit zu erhöhen. Dieses wird dann umgehend entsprechende Maßnahmen einleiten.
Da fragt man sich doch wieder was die Medien anrichten können. Nicht das ich die TerrorGefahr herunterspielen möchte, aber was im Moment abgeht ist doch einfach übertrieben. Will man die Bevölkerung in Angst halten?
Mal ehrlich, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit das gerade DU von einem Anschlag getroffen wirst? Und wie wahrscheinlich ist es im Gegensatz dazu, dass du Opfer eines “gewöhnlichen” Gewaltverbrechens wirst?
Diese PanikMache und die daraus begründeten überwachungsstaatlichen “Sicherheitsmaßnahmen” reichen mir echt langsam. Ich freue mich schon auf die ersten Artikel in der BildZeitung der in etwa so lautet:
Oma SCHOCK!
Als gestern auf der Strecke von Bielefeld nach Minden eine 92 jährige Dame der Harndrang überkam machte Sie sich auf den Weg zur ZugToilette. Da leider, wie so häufig, die ersten drei Toiletten defekt waren, brauchte die Dame eine längere Zeit um den BedürfnisOrt zu erreichen.
In der ZwischenZeit alarmierte ein aufrichtiger, sicherheitsbewußter deutschen Bürger, deutscher Abstammung, niederen BildungsNiveaus, den verwantwortlichen BahnBediensteten. Dieser, nach einer Initiative von Minister Tiefensee, nach 20 Jahren wieder zum Arbeiten gezwungener Lanzeitarbeitsloser, alarmierte sofort die übergeordnerte Dienststelle über den vermeintlich herrenlosen Koffer, der am SitzPlatz zurückgeblieben war.
Im Bahnhof Bad Oeynhausen erfolgte dann der Zugriff des SonderEinsatzKommandos der Polizei und des KampfMittelRäumDienstes. Bei der folgenden, kontrollierten Sprengung wurde die Gefahr der vermeindlichen Kofferbombe eliminiert. 20 Schlüpfer und eine Packung KanarienVogelFutter konnten nur noch tot geborgen werden. Der Einsatz kostete den Steurzahler eine halbe Million Euro
Na dann: Prost Mahlzeit!
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