Feb 19 2006

Stoiber im Tal der Wölfe

Autor: . Abgelegt unter Dunkle Horizonte,Medien

Kurtlar Vadisi Irak

In den vergangenen Tagen ist ein Film in den Kinos angelaufen, der die Gemüter hochkochen lässt. Dabei
ist „Tal der Wölfe“ die Kinoadaption einer in der Türkei erfolgreichen TV-Actionserie. Darin geht es um die tatsächlich passierte Verschleppung türkischer Soldaten durch amerikanische Elitetruppen im Nordirak. In der mit 8,4 Millionen Euro teuersten türkischen Kinoproduktion aller Zeiten nimmt ein türkischer „Rambo“ Rache – ein gigantischer Publikumshit in der Türkei.
Kritiker werfen dem Actionfilm, in dem ein türkischer Geheimdienstheld im Irak gegen die Amerikaner kämpft, eine extrem einseitige und antiwestliche Darstellung des Irakkriegs vor. (Quelle: SZ)

Grade im Hinblick auf die laufende Diskussion um Mohammed und der Pressefreiheit, scheint mir die Reaktion doch ein wenig seltsam.

„Dieser unverantwortliche Film fördert nicht die Integration, sondern schürt Hass und Misstrauen gegen den Westen“, sagte der bayerische Ministerpräsident laut Bild am Sonntag. Der Film wolle zu einem Kampf der Kulturen führen und spiele den Radikalen in die Hände.
„Ich fordere die Kinobetreiber in Deutschland auf, diesen rassistischen und antiwestlichen Hass-Film sofort abzusetzen.“
Nach der positiven mäßigenden Rolle der türkischen Regierung zu den Mohammed-Karikaturen wäre auch jetzt zu diesem antiwestlichen Hass-Film ein klares Wort notwendig. Ziel dieser üblen Stimmungsmache sind auch die Kultur und die Werte Europas, und hier sollte der EU-Kandidat Türkei klar Position beziehen.
(Edmund Stoiber, Quelle: SZ)

Da stellt sich für mich doch die Frage, wo Pressefreiheit jetzt genau anfängt und wo sie aufhört. Handelt es sich bei dem Film nicht auch um eine Interpretation der Ereignisse im Irak, die mit Fiktion weiter gesponnen wurden? Auch wenn die Amerikaner nicht sonderlich gut dabei weg gekommen sind?
Edmund Stoiber fordert eine Entschuldigung(Stellungnahme) durch die türkische Regierung? Hat die westliche Welt es nicht für lächerlich gehalten, dass sich die dänische Regierung für die Mohammed-Affäre entschuldigt, da ein Staat die Medien nicht kontrolliert?
Für mich klingt das im Umkehrschluss so, als wäre der Film im Auftrag der Regierung entstanden, die sich nun entschuldigen müsste.
Wahrscheinlich ist es malwieder der typische populistische Mist, den Edmund Stoiber regelmäßig verbockt.

Aber um es noch mal klar zu sagen:
Ich bin gegen jede Art von Hetze und Stimmungsmache. Egal von Wem und gegen Wen. Den Rivalitäten nutzen nur denen, die versuchen die Macht zu bekommen oder sie festzuhalten. Also denkt zweimal nach, wer was gegen wen sagt… und warum es ihm nützt!

Ein Kommentar

  • Also ich finde es mal intressant das ganze von der anderen Seite zu sehen.
    Immerhin sind die meisten Amerikanischen Filme nicht gerade Propaganda Frei.
    Und eigentlich sollten Wir alle reif genug sein um es zu ertragen das ein Amerikaner nicht der Gute sondern der bse ist. Von daher finde ich das rumgejammere recht sinnfrei und recht paradox.
    Aber in der CSU scheinen immer noch in der Zeit von Franz Josef Strau zu leben, den wen etwas im Fernsehen lief was nicht gefiel wurde der Stecker vom Sender auch einfach gezogen…